5
Sep
2008

Cinemans review of Wolke 9 – ab dem 04. September 2008 im Apollo

Nun ging ich also endlich wieder für mich und für das Hochschulradio Aachen ins Kino, um hernach über meine Eindrücke Bericht zu erstatten. Doch befand ich mich in einem kleinen emotionalen Tief – sozusagen in einer Post-The-darn-good-Dark Knight-Blues-Stimmung. Und was hatte ich gestern schon zur Auswahl? Entweder schön polierte Oberfläche oder runzliges, faltiges Abschlussgewebe. Wofür entschied ich mich also? Richtig: Für den körperlichen Verfall vor der Dekadenz des Mainstream-Kinos. Also stiefelte ich zum Apollo und sah mich bald von einem atypischen Publikum umgeben; tatsächlich gehörte ich cinedemographisch zum unteren Altersdrittel der Zuschauer! Viel hatte ich von „Wolke9“ noch nicht gehört außer der Rezension auf WDR2, wo genau diese beiden Filme (der andere war natürlich „Wanted“) bewertet worden waren. Das reichte dann auch, denn man möchte sich nicht allzu sehr vereinnahmen lassen. Aber das wenige Gehörte reichte, um meine Phantasie zu beflügeln. Und bevor der eigentliche Film also anfing, fabulierte ich neue Sehgewohnheiten: Wir werden ja alle nicht jünger, sondern immer älter. Was, wenn das Publikum in Zukunft tatsächlich immer älter wird? Ist die Werbung davor dann noch zeitgemäß? Nehmen wird die Eiswerbung: Da räkelt sich nicht mehr die knackig-frische Eva Longoria (klingt auch ganz nach Verlangen, was Eis eben bei uns auslösen soll – unbedingt) auf der Leinwand, um das neue M***** anzupreisen, sondern eine in die Jahre gekommene Frau, eine Greisin gar, die sich nun lustvoll auf dem Altar der Werbung hin- und herwiegt, wie es die Arthrose gerade noch zulässt. Ein Spot, der seine Zielgruppe findet…
Wie eben erwähnt ist die Zielgruppe an diesem Eröffnungsabend weniger konkret, sondern im Alter diffus. Was erfreulich ist, sagt man doch oft, dass die verschiedenen Generationen interessenmäßig nicht vieles vereint. Im neuen Film von Andreas Dresen (Regisseur u.a. von „Halbe Treppe“ und „Sommer vorm Balkon“ – die ich beide bisher nicht gesehen habe) widmet er sich also dem Alter, dem die Zukunft gehört. Und er bringt uns die Ü60er näher, als man glauben möchte, hautnah, um genau zu sein.
So dauert es im Film keine fünf Minuten, bis sich zwei Menschen in innigster Umarmung finden, leidenschaftlich übereinander herfällt. So weit, so normal. Weniger normal ist vielleicht das Alter, in dem sich die beiden libidinösen Protagonisten befinden: sie ist schon über 60, er gar bereits 76. Aber was heißt hier unnormal? Inge nimmt sich das, was ihr gefällt; sie denkt nicht darüber nach, worauf sie sich in ihrer Affäre mit Karl eingelassen hat. Ihr kommt es einem Wunder gleich, dass sie sich in ihrem Alter noch einmal verliebt wie ein Teenager, mit Schmetterlingen im Bauch und dem ganzen Programm. Sie macht sich keine Gedanken, was ihr Mann Werner wohl davon hält, mit dem sie immerhin auch schon 30 Jahre verheiratet ist, und das nicht gerade unglücklich. Sie denkt nicht an ein Morgen, vielleicht, weil sie weiß, dass es nicht mehr allzu viele Morgen gibt in ihrem gefühlten 5. Frühling. Und was hat ihr Leben denn auch noch zu bieten? Zwischen gemeinsam gehörter Lokomotivaufnahmen von Platte und folkloristischen Chorproben gönnt sie sich in ihrem Alltagsleben, das Andreas Dresen fast dokumentarisch begleitet, ihre zurückgewonnene oder neu erlebte Sexualität als eben besagtes Wunder. Geradezu angestachelt wird sie dabei von ihrer Tochter, die tief beeindruckt ist von den Liebeswallungen ihrer Mutter, die sie ihr bestimmt nicht mehr so zugetraut hätte.
Inge ist hin und her geworfen zwischen dieser lang nicht mehr gekannten Leidenschaft und dem schlechten Gewissen gegenüber ihrem Mann, den sie sichtlich immer noch liebt. Doch sie entscheidet für das neu gewonnene Lebensgefühl, beichtet die außereheliche Beziehung Werner und trennt sich schließlich von ihm. Werner spricht die Meinung aus, die wahrscheinlich auch die (jüngere) Fraktion mehrheitlich vertritt: „Schämst du dich nicht in deinem Alter?“ Die Frage soll jeder für sich selber beantworten.
Der Film hat seine stärksten Momente, wenn er realistisch, also ungeschönt das Begehren älterer Menschen offen zeigt, uns Anteil haben lässt am Alltag derjenigen Menschen, denen die Jüngeren nicht mehr so viel oder gerade so etwas wie erfüllte Sexualität zutrauen.
Das Spiel der Darsteller spiegelt die erlebte Leidenschaft detailliert wider, mitunter wirken die Dialoge improvisiert.
Vielleicht bewirkt dieser Umstand, dass man sich nicht konsequent mit Inge identifizieren kann. Ihre letztlich egoistische Art, die sie eher bockig stammelt, verdirbt ihr so manche zuvor bekundete Sympathie. Vielleicht, weil ich in dem Moment eher mit Werner sympathisiere, der als einziger auf der Strecke bleibt. Für meinen Geschmack fällt das Finale zu drastisch aus. Aber vielleicht ist diese Wendung auch ein Zugeständnis an das Alter, in dem einem nicht mehr viel bleibt.
Wolke 9 ist ein gewagtes Unternehmen, das einen vielfach belohnt:Es ist ein filmisches Reflektieren über das Älterwerden und das Bewahren der Würde dabei; Gefühle werden ihnen in gleicher Weise zugestanden wie den so genannten jüngeren Menschen (Wo wird überhaupt die Grenze hin zum Alter gesetzt? Und wer setzt diese Grenzen?). Die intimen Szenen sind im Film alles andere als zahnlos; Zärtlichkeit kennt kein Alter.

Fazit: Nicht ein Senioren-Porno, sondern ein Plädoyer für das Liebemachen im Alter.
Nicht nur für Rentner zu empfehlen.

25
Aug
2008

Die News

Durcheinander an Hochschulen - Selbstorganisation der Unis scheitert

Immer mehr Studienplätze bleiben frei, weil sich viel Studienanfänger gleich mehrfach bewerben und so fast 15 Prozent der Numerus Clausus Fächer unbesetzt bleiben. Dies hat unter anderem zur Folge, dass immer mehr Abiturienten versuchen sich einzuklagen. Um die Vergabe der Studienplätze übersichtlicher und fairer zu gestalten, soll es ab dem Wintersemester 2009/2010 wieder möglich sein sich bei der ZVS für alle Studiengänge online zu bewerben. Erteilt die Hochschule eine Zulassung und stimmt der Abiturient dieser zu, so wird er für weitere Zulassungen an anderen Hochschulen gesperrt. Mehr Infos dazu gibts beim Wiesbadener Kurier.

Apollo Kinoprogramm ausgezeichnet

Das Programmkino des Apollos wurde mit dem von der Bundesregierung herausgegeben Kinoprogrammpreis ausgezeichnet. Für das herausragende Kinoprogramm haben die Betreiber des Apollos in Aachen einen Preis in Höhe von 5000 Euro erhalten. Der Hauptpreis von 20 000 Euro ging an das Hamburger Filmtheater „3001 Kino“. Jährlich werden mit dem Kinoprogrammpreis Filmtheater mit einem kulturell ansprechenden und individuellen Programm ausgezeichnet.

Alemannia muss Niederlage einstecken

Beim Auswärtsspiel gegen Rostock am Wochenende musste die Alemannia eine Niederlage einstecken. Torschütze der Rostocker war Regis Dorn, der in der 71. Spielminute das 1:0 erzielte. Insgesamt waren 16.00 Zuschauer im Ostseestadion in Rostock.

9. Lange Nacht der Museen

Ich war am Samstag in den Museen unterwegs und habe mir mal angesehen, was auf dieser Langen Nacht so alles geboten wird.
Wer länger in Aachen wohnt, hat in den letzten Jahren bestimmt immer die Plakate gesehen, die jedes Jahr aufwändig gestaltet sind. Ich kam dieses Jahr endlich einmal in den Genuss - und ein Genuss war es in der Tat.
Silvia Szymanski und Thomas Kraft haben aus dem Buch "Beat-Stories" vorgelesen, in dem die Musikkultbands der 60er und 70er in spannenden Geschichten aufleben, das Projekt plus49 bot entspannende Atmosphäre mit vielfarbigen Klangteppichen und stimmigen Bildern, Ahnst Anders und Diana Müller haben auf bizarre klangliche und visuelle Weise gezeigt, "wie die Dinge sind", und in der Deutschen Bank spielte das Ensemble des neuen Theaterstückes "Das Produkt" mitten unter den Zuschauern.

Doch auch zwischenmenschlich war der Abend nicht geizig. Ich habe mit André Becker sprechen können, dem zuständigen Dramaturg von "Das Produkt", und mit der Ausnahmekünstlerin Lydia Daher habe ich ein überaus sympathisches und ausführliches Interview geführt. Mehr Eindrücke von der Langen Nacht gibt es heute Abend im Kulturschock um 18:30h; mehr Infos über Lydia Daher und ihre Werke gibt es am folgenden Montag ebenfalls im Kulturschock - natürlich nur bei uns, im Hochschulradio Aachen.

Für mich war der Abend ein voller Erfolg, und ich kann jedem nur empfehlen, nächstes Jahr dahin zu gehen!

Olympia Rückblick

Olympia 2008 sah durchwachsen aus. Auf der einen Seite gab es diese perfekt inszenierte Eröffnungsshow der Chinesen und faszinierende sportliche Leistungen, auf der anderen Seite die stark eingeschränkte Pressefreiheit und jede Menge Dopingvorwürfe. So wurde etwa das Pferd des deutschen Reiters Christian Ahlmann positiv getestet. Christian Ahlmann selbst bestreitet dies jedoch.

Die deutsche Olympiabilanz sieht mit 16 mal Gold, 10 mal Silber und 15 mal Bronze recht gut aus. Vor uns liegen China, die USA, Russland und Großbritannien.
Ziemlich beeindruckend war die Schwimmerin Britta Steffen , die gleich zwei mal Gold erkämpfte. Einmal über 50 und dann über 100 Meter Freistil. Auch die Hockey Herrenmannschaft, die am Wochenende eine weitere Goldmedaille für Deutschland erspielte, lieferte eine spannende sportliche Partie. Oder Florian Hambüchen, der am Reck eine Bronzemedaille geholt hat.
Katrin Wagner-Augustin, die am Freitag mit dem Kajak-Vierer Gold gewonnen hat und am Samstag Bronze im Einer holte, hat bei der Abschlussfeier die deutsche Fahne getragen. Das ist doch ein ziemlich guter Abschluss für die deutschen Athleten und die olympischen Spiele 2008.

Auch Aachen und Peking passen gut zusammen: Der Aachener Turmspringer Sascha Klein hat zusammen mit dem Berliner Patrick Hausding eine Silbermedaille im Turmspringen geholt. Der SV Neptun aus Aachen hat also allen Grund zu jubeln.

International wurden die einen oder anderen Rekorde aufgestellt, denn nicht nur die Deutschen haben tolle Leistungen präsentiert. Einige andere Sportler haben absolut begeisterungswürdige Zeiten hingelegt. Besonders beeindruckend waren Michael Phelps und Usain Bolt. Der Schwimmer Michael Phelps hat 8 Goldmedaillen geholt.
Usain Bolt ist mit 9,69 Sekunden auf 100 Metern ganz locker und geschmeidig ins Ziel getrabt. Auch auf 200 Metern hat er einen neuen Weltrekord hingelegt.

Mehr Infos gibts bei der ARD und der FAZ

Rückmeldung

Für eine fristgerechte Rückmeldung muss bis zum 1. September 2008 der
Studierendenschafts- und Sozialbeitrag in Höhe von 148,50 Euro sowie der
Studienbeitrag in Höhe von 500,00 Euro, also insgesamt 648,50 Euro, auf
dem Konto der Hochschule eingehen:

Kto.-Nr. 14522, Sparkasse Aachen, BLZ 390 500 00 unter Angabe des Namens und der Matrikelnummer.

Für Zahlungen aus dem europäischen Ausland:

IBAN: DE 34 3905 0000 0000 0 14522
BIC/SWIFT: AA CS DE 33

Zufriedenere Studierende

Ihr seid zunehmend zufriedener mit der Qualität Eures Studiums.

Das sagt zumindest die 10. Studirendenstudien der Universität Konstanz. Die führt alle drei Jahre eine so genannte Studierendensurvey durch zum Thema „Studierendensituation und studentische Orientierung“. Das Ganze ist im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und betrifft das Wintersemester 2006/2007.

Und was steht da nun drin in der Studie?

Die Studierenden an deutschen Universitäten und Fachhochschulen sind mit der Qualität des Studiums zunehmend zufrieden. Sie wollen ihr Studium effizienter gestalten wollen als noch vor wenigen Jahren, entweder durch einen zügigen Studienablauf, hohe Arbeitsintensität oder ein besonders gutes Examen. Verbesserungswürdig sein nach Aussagen der Studierenden die Betreuung im Studium und beim Übergang vom Studium in den Arbeitsmarkt und sie wünschen sich mehr Praxisbezug. Leider zeigt diese Studie auch, dass die soziale Herkunft immer entscheidender wird für einen Hochschulzugang.

Insgesamt überwiegen zum ersten Mal die positiven Bewertungen. Bewertet wurden Studienqualität, inhaltliche Qualität, Aufbau des Studienganges, Durchführung der Lehrveranstaltungen und Beratung und Betreuung durch die Lehrenden.

Befragt wurden rund 8350 Studierende von Fachhochschulen und Universitäten. Mehr Infos zu der Studie findet Ihr auf der Homepage des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

22
Aug
2008

Veranstaltungstipps fürs Wochenende

Heute Abend ist es wieder so weit: beim Sommerfest im Studentendorf wird es wieder ordentlich krachen. Die Band „Tequila Mocking Bird“ ist für euch live on stage und danach gibt’s Discosounds in der Halle. Für reichlich Flüssignahrung ist auch gesorgt: ein Bierwagen und die Sektbar stehen für euch bereit. Los geht’s um 20 Uhr im Studentendorf, der Eintritt kostet euch 50 Cent.

Samstag gibt's kulturell wieder was auf die Sinne. Die 9. Lange Nacht der Museen steigt, und ihr könnt in diversen Locations verschiedenste Darsteller und Künstler bewundern. Die Aseag kutschiert euch auch wieder zwischen den Locations hin und her. Das Rundum- Paket gibt’s für 9 Euro im Vorverkauf und für 13 Euro 50 an der Abendkasse. Los geht’s schon um 18 Uhr.

15
Aug
2008

Hochschulradio Aachen goes c/o Pop

Berlin hat die Popkomm, aber wir haben die c/o Pop! Und weil wir vom Hochschulradio Aachen bei guter Musik immer am Start sind, haben wir unser Musik-Kompetenzteam auf Entedeckungsreise nach Colonia geschickt, um fantastische Künstler und hörenswerte neue Tonakrobaten für Euch zu begutachten.
Noch bis einschließlich Sonntag finden in diversen Locations in Köln Konzerte, Parties und Events rund um die c/o Pop statt.
Die Festivaltickets für das gesamte Festival sind leider ausverkauft, aber für viele einzelne Veranstaltungen bekommt Ihr noch Tickets an der Abendkasse. Wer wann wo spielt könnt Ihr auf der Homepage der c/o Pop herausfinden.

1
Aug
2008

Im Kino ist kühler

Die Filmvorstellung trotz keines Morgens danach: 39,90 – täglich im Apollo III

„Werbung ändert nicht die Welt – sie trägt dazu bei.“

Das Vorspiel
Ok, ich räume mir den Missstand ein: Ich habe es nicht so mit französischen Filmen. Warum? Ich verstehe die französische Sprache nicht und somit auch nicht der Franzosen Kultur. Ich scheue wie jeder normale Mensch das Fremde. Und warum soll ich es dann bei US-amerikanischen Filmen besser antreffen? Ist mir deren Kultur näher, nur weil ich glaube, die englische Sprache besser zu verstehen? Und aus welchem Grunde fühle ich mich dann nicht dem deutschen Kino zugeneigt? – Ich lasse diese erdschweren Gedanken im luftleeren Raum stehen und bringe es auf die schlichte Formel: Selber Schuld. Denn was mag ich mit dieser Denke nicht schon alles verpasst haben? Umso erstaunlicher, dass ich nun also in einen französischen Film gegangen bin, von dem ich nichts weiter wusste, dass er eine Satire über irgendetwas Konsumorientiertes, Hippes ist, und der mir zudem von meiner Ex-Freundin empfohlen wurde. Genug der Ichbezogenheit. Doch, halt! Ist dies nicht ein toller Übergang?...
Fade out…
…und Fade in zur Filmbesprechung:

Der Hauptfilm
Falsches, aber immer strahlend-weißes Lächeln (somit doppelt falsch), Drogen und werbetechnische Anglizismen – das ist die Welt des Werbetexters Octave Parango (Jean Dujardin). Hier kennt er sich aus, hier fühlt er sich wohl – augenscheinlich. Denn Schein ist alles in dieser Welt, die zu großen Teilen von der Agentur Ross & Wright durch ihre Kampagnen bestimmt wird, für die Octave das kreative Aushängeschild ist. Alles ist Fassade, jeder Makel (= Natürlichkeit) wird getilgt. – So ist das nun mal, so gehört sich das nun mal. Natürlichkeit lässt sich nur verkaufen, wenn sie in Photoshop nachbearbeitet wurde.
Octave weiß, wie diese Welt tickt, für die er verantwortlich ist; er dekliniert den Konsum durch, er macht aus einem Du, dessen Gunst es zu erkaufen gilt, ein Ich, das aus vermeintlich freien Stücken sich dem Konsum hingibt. Überhaupt das Ich: Immer wieder „Ich, ich, ich“. Die Werbewelt ist Insignie und Reflektion der Ichbezogenheit der 1. Welt. Im Abspann steht sinngemäß geschrieben: „Ca. 500.000.000.000 $ werden jährlich an Budget in die Werbung gesteckt. Studien der UNO haben ergeben, dass lediglich 10% dieser Summe ausreichten, den Hunger auf der Welt um die Hälfte zu reduzieren.“
Eine zynische Randnotiz in einer Satire, der gelingt, was sie sich vornimmt: Sie verstört. Im Spiel mit den Möglichkeiten ist sie mal bitterbös, dann wieder zuckersüß, um im Ende nachhaltig subversiv zu sein.
In der Handlung des Films ist Jan Kounens (Dobermann, Blueberry) Machwerk auch ein Liebesfilm und zeigt einmal mehr, dass Liebe kein Konstrukt, nicht designbar ist – und somit nicht korrumpierbar. Oder?
Nachdem Octave sich in Praktikantin Sophie (Vahina Giocante) verliebt und mit ihr eine leidenschaftliche Zeit verbracht hat, sich dann aber in typischer Männermanier vor der Verantwortung der sich anbahnenden Vaterschaft drückt und von ihr folgerichtig verlassen wird, hat er mit der Dekadenz der werbewirksamen Täuschung abgeschlossen. In einem finalen Akt der Selbstgerechtigkeit will Octave der Werbewelt den Spiegel vorhalten, indem er einen Werbespot für das große französische Unternehmen Madone sabotiert und ihnen zeigt, wie man Joghurt auch anders bewerben kann.

In seinen besten Momenten ist 39,90, eine Verfilmung des französischen Bestsellers 99 francs von Frédéric Beigbeder (einem ehemaligen hochdotierten Insider der Werbebranche), eine intelligente und irrsinnige Abrechnung mit dem Hochglanzwahn der Werbung. Filmisch zitiert er unter anderem Drogenhalluzinationen wie „Fear and Loathing Las Vegas“ von Terry Gilliam oder dem Stil in Teilen nach auch Tom Tykwers „Lola rennt“. Inhaltlich ist dies ein Schelmenstück, das auch Verweise auf „Barry Lyndon“ – zumindest musikalisch – nicht missen lässt.
„Ein schonungsloser Blick hinter die Kulissen der Werbewelt“ – Was wie eine abgedroschene Floskel klingt, stimmt. Selbst solch ein Spruch entbehrt nicht der Wahrheit, so lange sie nur gut inszeniert ist.

Nachspiel
Und was ziehe ich nun persönlich aus diesem Film, der ich mich nach wie vor vom Geschäft der Überredung, wie meinen Überzeugung faszinieren lasse?
Die Welt der Werbung ist eine wunderbare Projektionsfläche, die wie eine schillernde Seifenblase kurzlebiger Zerrspiegel ist, der zeigt – nicht, was man sehen will, sondern – was man sehen soll.
Die Endeinstellung: nicht schön genug, um nicht noch nachbearbeitet zu werden.

Und ewig lockt das Werben.

25
Jul
2008

Endlich ist Sommer

Juchei! Es ist Freitag. das Wochenende ist da, Deutschland ist im Obama-Fieber, Alex ißt Schokoküsse aus dem Schwarzwald und sogar die Temperaturen sind endlich sommerlich. Doch Vorsicht, das ein oder andere Gewitterchen ist auch im Gepäck.

Denn so höret die Stimme des Wettergottes (Wolfgang7,25-30):

Rückblick:
Letzte Woche wurden wir noch von atlantischen Tiefausläufern geplagt, die sich die Klinke in die Hand gegeben hatten, so besserte sich doch ab Mittwoch die Lage spürbar. Ein Hoch über Skandinavien blockiert den Tiefs vom Nordatlantik den Weg und führt mit einer östlichen Strömung trockene und wolkenlose Luft heran.
Dieses Hoch, nordwestlich von uns, wird flankiert von zwei Tiefdruckgebieten, eins über Südosteuropa und eins über dem Ostatlantik. Diese Konstellation, Hoch im Norden und je ein flankierendes Tief im Südwesten und Südosten wird Omegalage genannt, weil das Strömungsmuster wie ein Omega aussieht. Omegalagen sind üblicherweise recht beständig und verlagern sich nur langsam, vorausgesetzt, die drei Druckgebilde sind gut ausgestattet.

aktuell...:
... Jetzt soll man sich aber nicht zu sehr freuen, denn wir liegen schon kurz vor dem Einflussbereich der flankierenden Tiefs im Südwesten, so dass das Wetter zwar hochsommerlich, aber eben gewittrig wird. Außerdem beginnt das skandinavische Hoch zu schwächeln und zieht sich auch noch nach Osten zurück, so dass feuchtere Luft herangeschafft wird. Damit und zusammen mit nahendem Tiefdruckeinfluss von Südwesten hier steigen Schwüle und Gewitterneigung stark an. Durch die hohe Luftfeuchtigkeit sind hohe Niederschlagsmengen zu erwarten, die zudem dank der schwachen Höhenströmung lokal konzentriert fallen werden. Da jedoch die exakte räumliche Zuordnung von Schauern und Gewittern in einer Vorhersage nicht möglich ist, bleibt abzuwarten, welche Gebiete genau getroffen werden. Das lässt sich z.B. am Regenradar im Internet bestens live und in Farbe verfolgen.

heute:
zeigen sich anfangs nur wenige Wolken, später ziehen die ersten Schauer, vereinzelt auch leichte Gewitter, auf. Mit 27 Grad wird es deutlich wärmer als die letzten Tage.

Samstag:
ist es vormittags noch stark bewölkt, mittags bilden sich wieder Schauer und teils schwere Gewitter mit Gefahr von Starkniederschlag und Hagel, die auch spät abends noch aktiv sind. Bei 27 Grad zwar genauso warm wie heute, aber deutlich schwüler.

Sonntag:
gibt es den ganzen Tag einzelne Schauer oder besonders nachmittags leichte Gewitter. Weiterhin schwül-warm.

Montag:
bleibt es den ganzen Tag bei 30 Grad unterschiedlich bewölkt, aber weitgehend trocken.

Trend:
Die Schauer und Gewitter bleiben uns bis etwa Mittwoch erhalten, dann dreht die Strömung auf Südwest bis West, wodurch wieder mildere atlantische Luft zu uns gelangt. Es bleibt für den Rest des Juli weiterhin schwül-warm.

Mensa-Man Elmar empfiehlt afrikanische Speisen und legt euch den
neuen Kinofilm "Dark Knight" ans Herz:

Ok, ich gestehe: Ich bin kein Amerikaner. Aber ich bin ein Freund amerikanischer Comicverfilmungen. Und als solcher habe ich dieses Jahr schon einiges geboten bekommen. Nach der durchweg gelungenen und überzeugenden Umsetzung des Iron Man durch Marvel als hauptverantwortliche Produktionsfirma, konnte ich diese Woche gleich zwei weitere Comicverfilmungen sehen: Den bereits vor zwei Wochen gestarteten unglaublichen Hulk mit Edward Norton in der Neuauflage – ebenfalls aus dem Hause Marvel. Ein durchaus passabler Auftritt des grünen Wüterichs, inszeniert von Louis Leterrier, einem Mann für die Actionlastigkeit (The Transporter 2, Unleashed). Tatsächlich ist diese Version ungleich aggressiver ausgefallen als Ang Lees 2003er Psychostudie (die ich übrigens gerade wegen der vielen stillen Momente sehr gut fand). Anders als Hulk orientiert sich der neue Incredible Hulk mehr an der gleichnamigen Serie mit Bill Bixby und Lou Ferrigno in den Rollen des Dr. Banner bzw. des Hulk, wovon letzterer auch einen Cameo-Auftritt im Film erhält. Dr. Bruce Banner ist weiterhin auf der Flucht vor dem Militär und seinem Alter ego, der personifizierten Wut, dem Hulk. Für einige Zeit gelingt ihm das auch. Doch dann wird er von den Militärs, in Form des Generals Ross (William Hurt), entdeckt und vom hartnäckigen Söldner Emil Blonsky (Tim Roth) verfolgt. Bruce Banner erleidet einen Rückfall, hinterlässt einen Anfall von Chaos. Emil Blonsky unterzieht sich einer ähnlichen Behandlung wie Banner und mutiert in seinem Jagdwahn zum Abomination, einer abscheulichen und abgrundtief bösen Variation des Hulk. Die Action kulminiert im direkten Aufeinanderprallen der beiden Kolosse.
Im Prinzip ist damit schon alles gesagt. Allein durch den Charaktermimen Edward Norton ist diese Verfilmung nicht nur Popcorn-Kino, sondern Popcorn-Kino mit einem gewissen Anspruch. Im Falle des Hulk stört es nicht, dass das gesamte Schauspieler-Ensemble für den neuen Film ausgetauscht wurde (des Weiteren Jennifer Connelly durch Liv Tyler). Aber der Star ist natürlich der unglaubliche Hulk, die digitale Verkörperung des in uns allen steckenden Es. Und so werden die CGI-Effekte selbstredend besonders kritisch betrachtet. Und es kann Entwarnung geben: Die Animation des Hulk ist besser ausgefallen, als es der Trailer zunächst vermuten ließ. Dennoch – die Erwartungshaltung wächst von Film zu Film – gibt es immer noch viele Möglichkeiten, an der überzeugenden Täuschung des Filmzuschauers zu arbeiten.
Aber darüber schaue ich hinweg, solange nur das Thema faszinierend bleibt: Wie werde ich Herr meiner Triebe, meiner unsäglichen Wut? Und wie wurde ich zu dem, der ich bin? Existentielle Fragen, die auch in der Comicwelt an Wert nicht verlieren.
Vorläufiges Fazit: Für solch einen Giganten des Marvel-Universums ist doch eher nur eine zweidimensionale Interpretation in der filmischen Umsetzung herausgekommen.

Aber schließlich handelt es sich hierbei nur um Geplänkel von gestern. Für den wahren Held unter den filmischen Comicadaptionen habe ich mich auf eine Zeitreise begeben. Um genau zu sein bin ich vier Wochen nach vorne gesprungen und schildere hier nun meine Eindrücke von nichts Geringerem als THE DARK KNIGHT!!! Jaawolll, ich habe ihn bereits und legal gesehen – und zwar bei unseren Nachbarn, den Niederländern, die sich simplifizierenderweise das Synchronisieren sparen und sich damit sprachlich und akustisch bereichern.
Und was kann ich berichten?...Sprachlos bin ich nicht, aber voll des überschwänglichen Lobes: Der absolute Hammer! Natürlich sind die SFX bei Comicverfilmungen wichtig und diese im Film selbstverständlich wunderbar eingepasst: kein Schnickschnack, keine holprigen CGI-Effekte, nur bodenständige Action auf höchstem Niveau. Das dazu. Wichtiger hingegen: Regisseur Christopher Nolan ist sich treu geblieben und sich selbst dabei übertroffen. Die Charakterzeichnungen sowie die Story bleiben im Vordergrund. Und vielleicht das Wichtigste: Nolan ist ein Filmemacher, der seine Figuren ernst nimmt und sie eben nicht der Lächerlichkeit preisgibt, wie das leider zu häufig bei Comicverfilmungen der Fall ist (traurige Beweise dafür sind die Spawn-Verfilmung und natürlich die beiden letzten Teile der alten Batman-Reihe).
Storymäßig schließt sich The Dark Knight an den Batman Begins an, in dem der Joker seine Visitenkarte abgegeben hatte.
Bruce Wayne geht mit seiner anderen Identität immer noch auf Verbrecherjagd, um endlich seinen Frieden zu finden und zurück zu Rachel Dawes (Maggie Gyllenhaal ersetzt Katie Holmes) zu gehen. Denn solange in Gotham City noch das Verbrechen herrscht, kann Batman sein Cape noch nicht an den Nagel hängen. Hoffnung sieht er in Gestalt des Staatsanwalts Harvey Dent (Aaron Eckhart) aufdämmern. Dieser ist aufrichtig, unkorrumpierbar, gnadenlos. Und sein Typ ist in der Tat in dieser Stadt gefordert. Denn nicht nur ist der Maffiomob sehr aktiv, sondern erscheint die Nacht zur Zeit besonders düster, regt sich doch ein Schurke, den es in dieser Sinisterheit noch nie gegeben hat: ein Freak, dessen Zeichen unmotiviertes Chaos, perfide Intrigen und ein irres Lachen sind.
Dieser Film hat alles, um einer klassischen Tragödie gleichzukommen: ein strahlender Held, der aufsteigt, um umso tiefer zu fallen, Missverständnisse und unerfüllbare Liebe. Und einen Bösewicht, wie es ihn in dieser Form wohl noch nie gegeben hat. Allein, wie sich dieser Joker den anderen auf der anderen Seite des Gesetzes vorstellt, ist verdammt ins kollektive Gedächtnis einbrennend. Der von Jack Nicholson dargestellte Ur-Joker in Tim Burtons Version mag noch gegen Heath Ledgers Performanz dagegegen zu halten. Tommy Lee Jones als Harvey Two Faces hingegen ist nicht der Rede wert angesichts der entstellten Darstellung des Aaron Eckhardt (was natürlich auch dem schlechten Skript von Batman Forever geschuldet ist).
Sagte ich also, dass der Film The Dark Knight der absolute Hammer ist?
DC steht für Düstere Comicverfilmungen. Christopher Nolan sei Dank. Die neue Batman-Reihe hat nicht nur Kultpotential – sie ist jetzt schon Kult. Möge der angedachte dritte Teil in gleicher Besetzung das Licht des Projektors erblicken!

Für alle, die nicht mehr warten können und das irre Lachen im Original hören wollen – hier der Link zum Kino in Heerlen (Parkhaus ist direkt gegenüber – rechnet hier ca. 6,50 € Parkgebühren ein. Oder Fahrt mit der Euregiobahn: der Bahnhof ist in Blickweite des Kinos.): http://www.royaltheaters.nl/

Euer Cineman

18
Jul
2008

Kino, Kino

Um die Kino-freie Zeit der letzten Wochen wieder gutzumachen, an dieser Stelle gleich zwei Filme in der Vorstellung durch den Cineman, in denen der Alkohol sehr präsent ist:

1) Hancock
2) You kill me

1) Den Anfang macht ein Film, der seinen offiziellen Start vor zwei Wochen hat und dem Ruf eines Blockbusters nicht nur durch die zentrale Mitwirkung Will Smith' gerecht wird. Tatsächlich ist dem Regisseur Peter Berg, der bisher eher durch kleinere Filme wie „Very bad things“ oder eigene schauspielerische Tätigkeiten („Chicago Hope“) von sich reden machte, ein formidables Stück Popcorn-Kino gelungen, in dem Will Smith wieder aus dem Vollen schöpfen kann in Sachen Komik und Action, nachdem „I am Legend“ hinter den Erwartungen an den Kinokassen zurückblieb. Grund dafür ist sicher auch, dass die SFX sich wieder sehen lassen können. Ein Very Special Effect ist natürlich Charlize Theron, eine meiner All-Time-Favourites in Sachen weibliches Ereignis.

Zur Story: Hancock (Will Smith) ist ein Superheld – und ein Arschloch. So bezeichnen ihn die Bewohner Los Angeles ob seiner Art, mit seinem Superheldentum umzugehen. Denn seine Rettungsaktionen stehen in keinem Verhältnis zu dem Schaden, den die Bösen anrichten: Allein beim Starten und Landen bringt er den Asphalt unter sich zum Zerbersten. Der daraus resultierende mangelnde Zuspruch findet seinen Niederschlag in Einsamkeit und Niedergeschlagenheit und übermäßigen Alkoholkonsum, was ihn zum Arschloch und Kotzbrocken werden lässt. Es wird also Zeit für einen Imagewandel. Gelegenheit dafür bietet ihm der PR-Berater Ray Embrey (Jason Bateman), dem Hancock kurz zuvor das Leben gerettet hat – zu Ungunsten des Güterzuges, der Ray drohte zu überrollen. Also tritt Hancock eine Haftstrafe an, um so Läuterung zu erfahren und einen gelungenen Neustart als Superheld zu feiern.
Ist der Film in der ersten Hälfte eindeutig eine Action-Komödie mit Pfiff, so kommt mit Erscheinen von Rays Frau Mary (Charlize Theron) nicht nur Biss hinzu, sondern wandeln den Film auch dramatische Züge an, denn Mary birgt ein Geheimnis, das Licht in Hancocks Leben bringt. Er leidet nämlich an Amnäsie, nachdem er vor 80 Jahren aus dem Koma erwacht ist und seitdem nicht mehr alterte. So einsam, wie er sich immer fühlte, ist er nämlich nicht. Am Ende teilt er jedoch das Schicksal eines jeden wahren Superhelden: Berufung und Privatleben lassen sich nicht vereinen; der Superheld muss tun, was er tun muss.
Das Crossover zwischen Komödie und Drama funktioniert zu weiten Teilen. Mir persönlich gefällt diese zwiespältige Art, aber manch einem könnte dieser Umstand leicht verprellen.
Ebenso: Für nicht so Dogma-affine Kinogucker wie mich ist „Hancock“ eine visuelle Herausforderung: die ständige Bewegung (= action) suggerierende Kamera führt zu seekranken Emotionen. Ansonsten: Mit diesen Einschränkungen: sehenswert!

Zu sehen im Cine-Karree und im Eden-Palast mehrmals täglich.

Das Gegenteil eines Blockbusters bietet der folgende Film, der seinen offiziellen Filmstart eigentlich bereits im Juni haben sollte (12.06.), im Apollo allerdings erst gestern Premiere feierte, die dafür dann aber umso gelungener (Apollo 2 war ausverkauft!). „You kill me“, ein Film von John Dahl, ist eine kleine Gangsterkomödie (klein hier auch an der Vielzahl von Produzenten abzusehen), in der Ben Kingsley als Frank Falenczyk einen polnisch-stämmigen Profikiller mimt, der seinen Job liebt, was sich allerdings nicht mit seiner anderen Vorliebe verträgt, dem Alkoholkonsum. So verpennt er im Alkoholrausch einen wichtigen Einsatz – die Eliminierung des irischen Konkurrenten in seiner verschneiten Stadt Buffalo, woraufhin er von seinem Onkel zur Entziehungskur nach San Francisco verfrachtet wird. Widerwillig beugt sich Frank dem Wunsch und beugt so einer Exekution vor. Dort angekommen muss sich Frank mit den Gepflogenheiten der Anonymen Alkoholiker und dem Job eines Leichenwäschers arrangieren. Der nächste Rückfall ist stets allgegenwärtig. Bei der Bewältigung seiner Probleme hilft ihm allerdings die Schwiegertochter eines zu waschenden Toten. Frank verliebt sich in Laurel Pearson (Téa Leoni) und findet schließlich auch Gefallen an der skurrilen Welt der Anonymen Alkoholiker, denen er sich wahrheitsgemäß als Profikiller offenbart hat, die ihn aber schließlich nehmen, wie er ist.
Mit seinem lakonischen ins Bizarre neigenden Humor stellt sich der Film in die Tradition solcher famoser Profikillerfilmparodien wie „Grosse Point Blank“ mit John Cusack. Ben Kingsley kippt seine Rolle als Gangster bravourös ins Gegenteil (vgl. „Sexy Beast“) und gibt eine feine Performance sympathischer Dienstleister des bezahlten Todes ab.

Dieser Film läuft (zumindest) diese Woche jeden Tag um 20:15 Uhr im Apollo 2.

Der Wettergott empfiehlt

Freitag 18.07.2008, herausgegeben von Wolfgang Preiser, Aachen, um 10 Uhr

Rückblick:
Letzte Woche schon war die „zyklonale Westlage“ das Thema, und daran hat sich erwartungsgemäß noch nichts geändert. Also theoretisch wäre hier ein Copy-Paste möglich. Noch immer liegen wir im Einfluss von nordatlantischer Luft, die mit Tiefdruckgebieten gewürzt die Temperaturen moderat und das Wetter wechselhaft hält. War zwar der Wochenanfang durchaus angenehm, kam das Wetter jedoch überhaupt nicht an die Tatsache heran, dass statistisch Mitte Juli die wärmsten Tage des Jahres möglich sind. Mit Wolken und arktischer Meeresluft kann das jedenfalls nicht klappen.

aktuell...:
... die aktuelle Lage wird von einigen Tiefdruckgebieten über dem Nordatlantik bestimmt, während vor der südwesteuropäischen Küste ein Hochdruckgebiet liegt. Eins der Tiefs wird sich am Wochenende intensivieren und über Schottland und die Nordsee nach Skandinavien ziehen. Dabei überquert uns zuerst die Warmfront, dann strömt hinter der nachfolgenden Kaltfront am Wochenende ein Schwall labil geschichteter polarer Meeresluft ein. Anfangs kommt es kurz vor der Kaltfront zu kräftigen Schauern und Gewittern, danach kommt es immer wieder zu leichten Schauern. Der Wochenanfang wird noch von Tiefdrucktätigkeit geprägt sein, doch dann, man glaubt es kaum, soll sich von Südwesten her Hochdruckeinfluss breit machen, mit wenigen Wolken und deutlicher Erwärmung.

heute:
heute geht der gelegentliche Regen allmählich in Schauer über, die abends nachlassen. Dann kommt in der Nacht wieder leichter Nieselregen auf. Bei maximal 18 Grad bleibt es kühl.

Samstag:
regnet es morgens, dann greifen mittags mit der Kaltfront des o.e. Tiefs teils kräftige Schauer mit kurzen eingelagerten Gewittern auf uns über. Dabei können die Windböen durchaus etwas kräftiger ausfallen. Die Schauer- und Gewitter halten sich bis zum Nachmittag, abends klart es dann auf.

Sonntag:
macht sich die eingeflossene Kaltluft durch maximal 17 Grad und einige Schauer bemerkbar, die nachmittags nachlassen, abends klart es dann auf. Nachts geht die Temperatur sogar knapp auf einstellige Werte zurück, in den Höhenlagen der belgischen Ardennen kann es bei klarer Nacht sogar Bodenfrost geben.

Montag:
zeigen sich anfangs noch die Sonne, während nachmittags wieder Wolken aufziehen, aus denen abends und in der Nacht einige Tropfen fallen können.

Trend:
Dienstag und Mittwoch bewölkt, ab Donnerstag aber ein wenig Sonne aber deutlich wärmer.

Die Veranstaltungstipps von Heute

Heute Abend rocken die Kilians richtig chillig den Musikbunker. Die Dinslaker haben schon auf Tomte-Konzerten als Vorband gespielt und bieten euch ab 21 Uhr Unterhaltung, aber auch Nachdenkliches. Die Kilians heute Abend ab 21 Uhr im Musikbunker, Einlass ist ab 20 Uhr.


Im Rahmen des Kulturfestivals „across the borders“ findet heute Abend die „Serenate Notturne“ in der Kirche St. Paul statt. Dramatisch romantisch verspricht diese Konzertnacht zu werden, wenn italienische Lebensfreude und Liebesglück nebst Liebesleid musikalisch entfaltet werden. „Serenate Notturne“ beginnt heute Abend um 22 Uhr in der Kirche St. Paul, der Eintritt beträgt 12,10 Euro.


„Rursee in Flammen“ - diese Schlagzeile gehört ausnahmsweise nicht zu einer Naturkatastrophe, sondern zu einem Volksfest. Das findet jedes Jahr in der Eifel statt, hat gestern begonnen und erstreckt sich noch bis Sonntag Abend. Neben Live-Musik, Speis und Trank und Familienspiele gibt es vor allem am Wochenende ein Highlight, nämlich das Drachenbootrennen. Ab 10 Uhr morgens kann man sich am Rursee unterhalb von Nideggen einfinden, ab dort sind alle Aktivitäten ausgeschildert.

Morgen Abend ist Kuba & Soul Night am Dürener Badesee! Highlight stellt der kubanische Superstar Luis Diaz mit seiner Band dar, außerdem wird Karl Frierson mit souligen Klängen den Abend abschließen. Die Kuba & Soul Night findet am Badesee in Düren Gürzenich statt und beginnt um 19 Uhr.

8
Jul
2008

Das Schönste aus dem "Morgen Danach" am Dienstag...

Auch heute gehen wir wieder "Fit in den Sommer"!

In dieser Woche beschäftigen wir uns zum letzten Mal täglich mit Workouts und Figurtipps - und das bei überaus unsportlichem, unsommerlichen Wetter. Doch auch bei Regen kann man sich ohne viel Aufwand fit halten. Vor allem für alle Studenten im Lernstress gilt: Auch im Haushalt kann man sich fit für den Sommer machen. Wir empfehlen, zwei lästige Fliegen mit einer Klappe zu schlagen: Die Wohnung auf Vordermann bringen und dabei kleine Figurprobleme beseitigen. Der Sport in den eigenen vier Wänden, der im Kampf gegen Geschirr und dreckige Klamotten jeden Tag stattfindet, gilt als Geheimtipp unter vielen Hausfrauen.

Wer viel staubsaugt oder gern den Boden wischt, betreibt dabei ein sehr sehr effektives Workout. Dabei nimmt der Putzende eine bestimmte Haltung ein, die besonders Beine und Po stärkt. Auch Fensterputzen ist eine wahre Wunderwaffe zur Fettverbrennung und sehr effizient für die Brustmuskulatur. Hinzu kommt, dass man viel Geld sparen kann, wenn man mit mehr Kraftaufwand putzt, weil man dadurch in den meisten Fällen weniger Putzmittel verbraucht.

Am meisten Kalorien verbrennt man durch Treppensteigen, nämlich unglaubliche 240 kcal!!! Dafür kann man sich dann schon wieder ein leckeres Stück Kuchen mit Sahne gönnen. Das backen des Kuchen verbrennt jedoch nur 70 kcal, aber immerhin. Bewuste Bewegung im Haushalt kann eine Menge bringen und ist nicht so lästig wie Diäten und außerdem hat die Wohnung ja auch noch einiges davon.

Wer gerne mehr über Haushalts-Workouts wissen möchte, schaut hier nach -> www.praktische-haushaltstipps.de




Die Veranstaltungstipps sehen heute wie folgt aus:

Zunächst empfehlen wir die Ausstellung “Erich Schiffer – 1949 bis 1997”, die es in der Aula Carolina zu sehen gibt. Sie findet anlässlich des elften Todestages des Aachener Künstlers Erich Schiffer statt. Schiffer erschuf großformatige, farbenfrohe, psychedelische Bilder und Collagen, die Alltagssituationen in einem völlig neuen Licht erscheinen lassen. Die Ausstellung ist noch bis zum 17. Juli ín der Aula Carolina zu sehen und der Eintritt ist frei. Öffnungszeiten: Mo-Fr von 14-19 Uhr; Sa + So 14-20

Darüber hinaus empfehlen wir euch die Biologie Sommerparty 2008. Die Fachschaft für Biologie und Biotechnologie macht einiges möglich: ihr könt zwischen 2 Music Areas im Westbahnhof und in der Vives Lounge wählen und zusätzlich warten 300 qm Beach-Area mit 100 t feinstem karibischen Sand auf euch. Der Eintritt kostet im VVK 3 Euro, vor Ort 5 Euro.
www.fsbio.rwth-aachen.de

Und um 21 Uhr heißt es “Salsa@Apollo”. Auf der dazugehörigen Party legen die DJs Alan, Ulf und Mostafa auf und es gibt einen gratis Salsa Anfängerkurs für alle, die gerne ihre Hüften schwingen. Bis 22.30 ist der Eintritt frei, danach kostet er 2 Euro. www.apollo-aachen.de




... Und zum Schluss noch ein Kulturtipp der besonderen Art:


Die Theatergruppe „Actor's Nausea“ des Institut für Anglistik der RWTH bringt Arthur Millers Drama „The Crucible“ zu deutsch „Hexenjagd“ auf die Bühne. Arthur Miller zeigt anhand der Geschichte der Hexenprozesse von Salem den zerfall einer Gemeinschaft durch Misstrauen und Angst. In diesem Klassiker der amerikanischen Literatur geht es um die streng puritanische Gemeinde Salem im Jahre 1692. Ihr Pastor beobachtet eines Nachts seine Tochter, seine Nichte und andere Mädchen, wie sie im Wald zu den Liedern einer heidnischen schwarzen Sklavin tanzen. Ihm wird schnell klar, dass die Mädchen vom Teufel besessen sein müssen.
Um der Strafe und einer möglichen Teufelsaustreibung zu entgehen, beschuldigen die Mädchen wahllos andere Gemeindemitglieder, die angeblich mit dem Teufel im Bund stehen und in der Nacht von ihnen Besitz ergriffen haben sollen. Das Verhängnis nimmt seinen Lauf... Das Stück „The Crucible“ wird auf English vorgeführt und ist noch bis zum 17. Juli auf der Bühne des „space“ im Ludwig Forum zu sehen. Karten gibt es für 6 Euro, bzw. für 4 Euro ermäßigt.

Wer Lust hat, die Aufführung zu sehen, sollte sich jedoch beeilen! Zwei von vier Vorstellungen sind schon ausverkauft.
Für die Vorstellungen am Freitag und am Samstag Abend verlosen wir je zwei Karten.
Ihr könnt je zwei Karten für die Vorstellungen am Freitag und am Samstag gewinnen, wenn ihr folgende Frage beantworten könnt: Mit welcher Hollywood Schauspielerin war Arthur Miller zeitweise verheiratet?
Wenn ihr es wisst, schreibt eine E-Mail an studio@hochschulradio-aachen.de!

Weitere Informationen zu "The Crucible" und Actor's Nausea findet ihr unter www.actorsnausea.de

Der Morgen danach

Die Morgensendung im Hochschulradio Aachen auf der 99,1 MHz

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