3
Mai
2008

Cineman über Iron Man

Was geht ab?

Der Frauenheld und schwerreiche Rüstungsindustrielle Tony Stark wird bei der Demonstration einer seiner neuen Superwaffen in Afghanistan überfallen und gefangen genommen. Bei dem Überfall wird er durch umherfliegende Metallsplitter schwer verletzt und überlebt nur, nachdem ihm ein Mitgefangener eine Gerätschaft einsetzt, die verhindern soll, dass die Splitter in sein Herz wandern. Tony Stark soll den Entführern die Tötungsmaschinen liefern, die er kurz zuvor so effektiv zu Schauzwecken einsetzte. Das Material stellen sie ihm zur Verfügung. Doch statt Raketen baut Stark eine Rüstung, die ihm die Flucht ermöglichen soll. Es ist dies die Geburtsstunde des Iron Man!
Der Prototyp erfüllt seinen Zweck und bringt Tony Stark nach drei Monaten Leben in einer Höhle wieder die Freiheit. Zurück in Kalifornien erklärt er den Rückzug seiner Firma aus dem Waffengeschäft und baut im Geheimen die nächste Generation an Rüstung, um sich vermehrt für die Friedenswahrung einzusetzen. Dies missfällt seinem Kompagnon Obadiah Stane und er verfügt, dass Stark den Firmenvorsitz verliert. Stane war es nämlich auch, der den Anschlag auf Stark verüben ließ, um ihn aus dem Weg zu schaffen.
Doch bevor Tony Stark dies herausfinden kann, ist es zu spät: Stane entwendet Stark seine Technologie – das Mini-Kraftwerk, das ihn am Leben erhält – und lässt ebenfalls eine Rüstung basierend auf Starks Plänen bauen. Es ist ein gewaltiger Koloss im Vergleich zum filigranen Iron Man: der Iron Monger. Stark kann sich aufgrund der Sentimentalität seiner Sekretärin Pepper Potts ein weiteres Mal retten. Denn entgegen seiner Anweisung hat sie das erste Mini-Kraftwerk nicht zerstört, sondern für ihn aufbewahrt – samt Widmung, dass er doch über ein Herz verfüge. Schließlich muss ein Superheld, der was auf sich hält, innerlich zerrissen oder zumindest mit sich im Unreinen sein. Tony Stark ist ein Mensch, der einsam ist, weil er auf Distanz zu seiner Umwelt bleibt. Dies aber nur am Rande zum Ansatz einer Psychologisierung seiner Figur.
In einem Finale treffen die beiden Kontrahenten aufeinander: David gegen Goliath, Größenwahn gegen Läuterung. Der klassische Kampf von Gut gegen Böse in einer hochtechnisierten Neuauflage...


Und der tiefere Sinn?

Bei Spiderman hieß es: „Aus großer Macht folgt große Verantwortung.“ Bei Iron Man wird zwar mittels der Tagline „Superhelden werden nicht geboren, sie werden gemacht.“ eher die Entstehung dieses Superhelden beschrieben, aber im Grunde gilt Spideys Credo in gleicher Weise auch für Iron Man bzw. sein Alter ego Tony Stark. Nachdem Tony Stark erkannt hat, dass er mit seinen Waffen eben nicht Frieden sichert, sondern vielmehr viel Leid erzeugt, will er sein technisches Know-how einsetzen im Kampf gegen das Böse in der Welt: Er erschafft den Iron Man. Zwar ist sein Anzug nicht so einfach über- und abzustreifen wie vielleicht Spidermans Dress (in der Tat bedarf er hierfür der Hilfe eines ganzen Arsenals an Robotern), dafür ist Starks Rüstung ein Wunderwerk der Technik und eine Augenweide an Designkunst. Und diesen Anzug setzt Tony Stark im Kampf gegen das Verbrechen äußerst wirkungsvoll ein. Mag Stark Industries Waffen geschaffen haben, die so abschreckend waren wie die Atombombe, so war es doch der falsche Weg. Tony Stark ist sich seiner Verantwortung bewusst und lässt seinen Iron Man eine andere Sprache sprechen, die den tatsächlichen Frieden bringen kann.
Verantwortung hat Tony Stark nicht nur gegenüber den Schwachen und Schutzlosen. Verantwortung hat er auch gegenüber seinen Freunden, den Menschen, die ihn lieben. Und da ist er nicht als Superheld gefragt, sondern als Mensch. Eine Aufgabe, die keine übermenschlichen Kräfte verlangt, und doch ungleich schwerer zu bestehen.

Fazit:

Im Cine-Karree gab es am Mittwochabend eine Vorpremiere für echte Kerle. Die Frage, ob denn derjenige erwachsene Mann, der sich eine Comic-Verfilmung anschaut, auch als echter Kerl durchgeht, sei einmal dahingestellt. Tatsächlich muss ich sagen, dass ich diesen Film mit einem kindlichen Jauchzen bestaunt habe. Voller Vorfreude auf dieses Event hatte ich alles verschlungen, was es zum Filmprojekt zu goutieren gab. Und endlich kam der heißersehnte Film in die Kinos. Ich würde diesem Film mehr als nur zwei Daumen geben, wenn ich nur mutierte Hände hätte.
Dem Regisseur Jon Favreau ist gelungen, was nicht jedem gelingt, der sich an die Verfilmung von Comic-Vorlagen gelingt: Er hat einen Film geschaffen, der seine Figuren durchweg ernst nimmt, ohne dass dabei ein todernster Film herauskommt. Robert Downey Jr. bringt genau die richtige Mischung aus spitzbübischem Charme und Ernsthaftigkeit mit, die die Figur eines Tony Stark benötigt. Auch der Rest der Besetzung ist exquisit gewählt: Jeff Bridges als sein Geschäftspartner und späterer Gegner, Terrence Howard als sein Freund und Gwyneth Paltrow als seine treue Gehilfin.

Dies ist der erste Film, den Marvel mit eigenem Filmstudio produziert hat. Geplant sind u. a. weitere Iron Man-Filme (ebenfalls mit Robert Downey Jr.), eine Neuauflage von Thor und schon in wenigen Wochen folgt der nächste Schlag: Mit The Incredible Hulk kehrt der kolossale Wüterich auf die Leinwand zurück. Anders als in der Verfilmung von Ang Lee aus dem Jahre 2003 wird es diesmal weniger depressiv und familientragisch zugehen. Unsere Adrenalinzufuhr darf gespannt sein.
Und auch aus anderen Comic-Universen gibt es einiges zu erwarten: So geben Batman und Hellboy sich im Sommer wieder die Ehre. Es wird also ein Super-Jahrgang für Fans von Comic-Verfilmungen!

PS: Es lohnt sich, den Abspann abzuwarten. Nicht nur bekommt man einen wunderbaren Wurm ins Ohr gesetzt (Black Sabbath läßt grüßen!). Ich sage nur: siehe X-Men 3...

Der Film läuft im Eden-Palast täglich um 14:30, 17:30 und 20:30 (samstags auch 22:30).
Im Cine-Karree ist der Film täglich um 17:15 und 20:00 zu sehen (samstags auch 23:00).

Viel Spaß beim Staunen!

Wünscht der Cineman

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